50 Jahre Apple: ein Jubiläum, das nach vorne schaut

50 Jahre Apple: ein Jubiläum, das nach vorne schaut

50 Jahre Apple: ein Jubiläum, das nach vorne schaut

Am 1. April 1976 gründen Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne Apple. 50 Jahre später schreibt Tim Cook einen Brief. Titel: „50 Years of Thinking Different“.

Die Kernaussage: Apple schaut lieber nach vorne als zurück. Für ein Jubiläum ist das ungewöhnlich. Ich habe mir angesehen, wie Apple diesen Tag feiert. Und was eine Marke daraus lernen kann, die selbst auf eine lange Geschichte blickt.

Apple in Zahlen
  • 1976 Gründung in einer Garage
  • 50 Jahre Markengeschichte
  • 10 junge Künstler bespielen die Oper in Sydney
  • 01.04. Finale im Apple Park

Die Entscheidung: Zukunft statt Museum

Im März war ich in Wetzlar. 100 Jahre Leica. Dort erzählt die Geschichte, warum ein Unternehmen heute so handelt, wie es handelt. Apple wählt zum 50. einen anderen Weg. Kaum Rückblick. Kaum Produkte. Stattdessen Menschen, die mit Apple etwas schaffen.

Beides kann richtig sein. Entscheidend ist, dass die Form zur Marke passt. Leica steht für das Wesentliche. Apple steht seit 1997 für „Think Different“. Ein Jubiläum, das nur zurückschaut, würde diesem Satz widersprechen.

Herkunft zählt, wenn sie die Zukunft erklärt.

Die Bühne: die Nutzer im Mittelpunkt

Gefeiert wird weltweit, in den eigenen Stores und darüber hinaus. In New York spielt Alicia Keys in der Grand Central Station. In Sydney leuchten die Segel der Oper mit Bildern von zehn jungen australischen Künstlern, gemalt auf dem iPad. In Bangkok, Mexiko-Stadt, Paris, London, Toronto, Seoul und Shanghai treffen sich Kreative, Entwickler und Nutzer.

Das Prinzip ist immer gleich. Apple zeigt, was Menschen mit Apple machen. Die Marke tritt einen Schritt zurück. Die Nutzer treten nach vorne.

Für mich ist das konsequent. Eine Marke, die so stark ist, muss sich nicht selbst feiern. Sie lässt andere erzählen.

Die Haltung: Wandel mit Wurzeln

Meine eigene Apple-Geschichte beginnt mit einem Macintosh Performa 475. Apple brachte ihn 1993 auf den Markt. Ein flacher, grauer Kasten mit dem Regenbogen-Apfel vorne drauf. Mein erster Apple-Computer.

Macintosh Performa 475
Macintosh Performa 475. Foto: All About Apple Museum, CC BY-SA 2.5 IT

Vor einigen Jahren war ich dann selbst dort. Erst vor der Garage in Los Altos. Heute ein ganz normales Wohnhaus, mit Schild: Fotos nur von der Straße. Dann im Apple Park. Wenige Kilometer liegen dazwischen. Und die ganze Geschichte einer Marke.

Norbert Kessler vor dem Apple Park Visitor Center in Cupertino
Apple Park Visitor Center in Cupertino

Starke Unternehmen werfen ihre Herkunft nicht über Bord. Sie verwechseln Identität aber auch nicht mit Gewohnheit.

Genau das zeigt Apple zum 50. Die Haltung bleibt. Die Form verändert sich. Und die Geschichte dient als Anlauf für das, was kommt.

Was ich als Markenmensch mitnehme

  • Die Form aus der Marke ableiten. Ein Jubiläum zeigt, wofür eine Marke steht. Auch in der Art, wie gefeiert wird.
  • Menschen zeigen. Kunden und Nutzer erzählen eine Marke glaubwürdiger als jede Rückschau.
  • Herkunft nutzen. Geschichte ist dann stark, wenn sie den nächsten Schritt erklärt.

50 Jahre sind für eine Marke ein guter Anlass. Für einen Rückblick. Oder für einen Ausblick. Apple hat sich entschieden.

Eine Garage.
Ein Satz.
Und der Blick nach vorne.

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