Campus der Löwen

Scroll

Campus der Löwen 2024: Vier Pitches, zwei erste Plätze

Vier Teams. Fünf Jurymitglieder. Eine Aufgabe: zuhören, fragen, bewerten und am Ende einen Sieger bestimmen.
Beim Campus der Löwen 2024 an der Hochschule Ansbach hat der letzte Teil nicht funktioniert.

Dass ich überhaupt in dieser Jury saß, hatte ich Katharina Bucher zu verdanken. Wir kannten uns noch aus gemeinsamen uvex-Zeiten. 2024 war sie Projektkoordinatorin Entrepreneurial Skills an der Hochschule Ansbach und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, Teil der Jury zu sein.

Mein erstes Mal als Juror. Und vermutlich war ich vor dem Start fast genauso angespannt wie die vier Teams vor ihren Pitches. Gemeinsam mit Tim Beier, Franziska Schalm, Dr. Kathrin Steinbrink und Florian Gebauer saß ich an diesem Abend in der Jury.

Auf der Bühne standen vier Teams mit vier sehr unterschiedlichen Ideen.

Onezy wollte eintägige Praktika einfacher zugänglich machen. Quakz entwickelte eine Plattform, über die Dinge im eigenen Umfeld verliehen, vermietet, verkauft oder verschenkt werden können. ReSoul arbeitete an nachhaltigen Produkten für das persönliche Wohlbefinden, zunächst an einer Gewichtsdecke. Gido entwickelte Audioguides, die von Menschen gemacht werden, die eine Stadt wirklich kennen.

Gute Ideen allein reichen für eine Jury allerdings nicht.

Interessant werden die Fragen dahinter. Wer braucht das wirklich? Welches Problem wird konkret gelöst? Wie groß ist der Markt? Wie verdient das Unternehmen Geld? Was lässt sich testen? Und was passiert, wenn die erste Annahme falsch ist?

Genau darüber haben wir gesprochen.

Am Ende konnten wir uns zwischen Gido und ReSoul nicht sinnvoll entscheiden. Beide Teams bekamen deshalb den ersten Platz. Onezy und Quakz teilten sich Platz zwei.

Das Preisgeld war auf dieses Ergebnis nicht ausgelegt. Also haben wir als Jury die Differenz selbst ergänzt.

Fertig.

Was mir von diesem Abend stärker in Erinnerung geblieben ist als die Platzierung, war etwas anderes.

Bei jungen Unternehmen wird viel über die Idee gesprochen. Ob sie trägt, zeigt sich später bei echten Nutzern, im Produkt, im Vertrieb und an den Zahlen. Und an den Menschen, die sie umsetzen.

Mein Rat an die Teams war deshalb ziemlich einfach: früh testen. Mit echten Menschen sprechen. Daten sammeln. Wettbewerb verstehen. Nicht zu lange in die eigene Idee verliebt bleiben. Und Markenschutz nicht erst dann angehen, wenn bereits viel Zeit und Geld in Name und Auftritt stecken.

Der Pitch dauert Minuten. Die Arbeit danach Jahre.
Der Campus der Löwen schafft dafür einen guten Rahmen. Junge Gründer kommen früh mit Menschen zusammen, die aus unterschiedlichen Unternehmen, Branchen und Rollen auf ihre Idee schauen.

Unsere Jury war dafür ein gutes Beispiel.
Tim Beier brachte seine Unternehmerperspektive aus Bearpaw Products und Buckle & Seam ein. Franziska Schalm kam mit Swim2grow. Dr. Kathrin Steinbrink mit AI Xpress. Florian Gebauer mit dem Open Beatz Festival. Ich selbst habe vor allem auf Produkt, Zielgruppe, Marke und Geschäftsmodell geschaut.

Man muss bei solchen Formaten nicht einer Meinung sein. Unterschiedliche Fragen bringen meist mehr als fünfmal dasselbe Feedback.

Bei einer Sache waren wir uns an diesem Abend allerdings einig:

Zwei Teams hatten den ersten Platz verdient.

Dann sollte eine Wettbewerbsregel einer vernünftigen Entscheidung auch nicht im Weg stehen.